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2016/2017

Philosophische Ansätze zur Überwindung der Krise

 

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Philo-Cafes,

 

am Mittwoch, den 26.4.2017, mit anderen Worten: Am Mittwoch nach den Osterferien bei Neumond, gibt es einen Vortrag mit Diskussion im Rahmen unseres diesjährigen Programmes

„Philosophische Ansätze zur Überwindung der Krise“ von

 

Ernst Friedrich Lauppe: 

Geld

 

Ausgehend von Hannah Arendts Philosophie der menschlichen Fähigkeiten werden die Stationen des Weges gezeigt, der unausweichlich in die totale Monetarisierung und zum heutigen Geldsystem führte. Und dennoch, trotz drohender Abschaffung des Bargeldes und trotz Missbrauchs der Märkte vermittels künstlicher Intelligenz können wir mit unseren menschlichen Fähigkeiten des Versprechens und des Verzeihens in unserem Umfeld kleine Oasen finanzieller Selbständigkeit und Selbsthilfe aufbauen zum Wohle von Projekten, die ein Gegengewicht zum allgemeinen Trend der Gesellschaft bilden.  

 

Wie üblich im Bayerischen Hof Starnberg, Bahnhofplatz 12, um 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr, Mittwoch, den 26.4.2017, Beitrag: € 10,00.

 

Wir wünschen viel Vergnügen: Beate Himmelstoß, Ernst Friedrich Lauppe


 

 

 

Mittwoch, 22.März 2017

19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr
Hotel Bayrischer Hof
Bahnhofsplatz
82031 Starnberg

 

 

Dr. Peter Erlenwein

 

Der Pfeil des Eros oder: Alle Lust will Ewigkeit. (Nietzsche)

Von Begehren und Leidenschaft in Religion und Spiritualität

 

‚Das Religiöse und das Geschlechtliche sind die beiden stärksten Lebensmächte. Wer sie für ursprüngliche Widersacher hält, lehrt die ewige Zwiespältigkeit der Seele. Wer sie zu ursprünglichen Feinden macht, zerreißt das menschliche Herz.‘(Walter Schubart, Religionsphilosoph)

 

Nach dem Motto des Paulus: Das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach’ haben praktisch alle Hochreligionen mit ihren patriarchalen Grundreflexen gegen die Impulse von Körper und Phantasie einen endlosen Kampf geführt- ohne je wirklich zu siegen. Und heute im Zeitalter des ‚Anything goes‘? Ist eine erotische Spiritualität denk- vor allem aber lebbar? Und wie sähe sie aus?

 

Peter Erlenwein, wieder zurück von einem fünfjährigen Aufenthalt in San Franzisco/ USA, unterrichtete dort u.a. am Institut für Transpersonale Psychologie und sah sich mit einer sehr heterogenen Gay-und Lesbenbewegung konfrontiert. Das ließ ihn über das Thema sexuelle Befreiung neu nachdenken. Sein frischer Blick auf das alte Europa wird zu einer lebendigen Diskussion führen.

 

 

 

 
Mittwoch, 22. Februar 2017
19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr
Hotel Bayrischer Hof
Bahnhofsplatz
82031 Starnberg

 

Susanne Hauenstein: 
"Alles eine Frage der Perspektive!"
 
An diesem Abend wird es um philosophische Dimensionen in der Malerei gehen. Oder sind es einfach nur Weltanschauungen, die sich in der Kunst der Jahrtausende spiegeln? Es wird auf jeden Fall "bunt zugehen",da wir uns an diesem Abend der Philosophie ausnahmsweise einmal in Bildern nähern.
 
Anhand verschiedener Darstellungen des Räumlichen in Gemälden verschiedener Epochen, Kulturen und Entwicklungsstufen des Menschen werden Zusammenhänge mit den Paradigmen der jeweiligen Zeit hergestellt.
In einer Beamershow werden wir verschiedene Arten der perspektivischen Darstellung zu sehen bekommen und schließlich die Wiederentdeckung bzw. die Vervollkommnung der Zentralperspektive in der Renaissance genauer untersuchen.
 
Gegen Ende des Vortrags werden wir vielleicht verstehen, wieso die „klassische Perspektive“ in dem aperspektivischen, bewegten Weltverständnis unserer Zeit in der Kunst nicht mehr DIE zentrale Rolle spielt.
 
 
 
Referentin ist die Malerin Susanne Hauenstein, langjährige Besucherin und Freundin des Philocafés. Sie hat an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Mac Zimmermann, Robin Page und Daniel Spoerri studiert und dort 1987 ihr Diplom gemacht.
Seit 1999 gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung in ihrem Atelier in Andechs an interessierte Laien weiter. Die von ihr angebotene, berufsbegleitend angelegte GRUNDAUSBILDUNG MALEREI wird von der Regierung von Oberbayern als Weiterbildung anerkant. Seit 2013 moderiert sie die die Reihe "Künstlerfilme im Gespräch“ im Breitwandkino.
 
www.malen-bewegt.de
www.susanne-hauenstein.de

Philosophisch ergänzt wird der Vortrag durch Anmerkungen von Beate Himmelstoß und Ernst Friedrich Lauppe.
 
 
 
 

 

 

 

Donnerstag, den 26.1.2017

 

wie immer im Bayerischen Hof Starnberg um 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr. Empfohlener Beitrag zu den Kosten: 10 €. 

 

 

Ernst Friedrich Lauppe

Annäherung von Wissen und Glauben?

 

Vor 200 Jahren hat Kant Wissen und Glauben voneinander getrennt, mit der Einheitlichkeit der Welt war es vorbei. Die wissenschaftliche Methode hat uns ermöglicht, die moderne technische Welt hervorzubringen. Aber der Durst nach Spiritualität steigt und die Unsicherheit wissenschaftlicher Aussagen steigt ebenso. Nun wird in neueren Publikationen behauptet, der Weg zu den Zielen der alten Philosophieschulen – innere Ruhe, Zufriedenheit und Zugang zur anderen, lichten Welt – sei auch über unser technisch- wissenschaftliches Denken möglich (Marcus Schmieke), andererseits wird gezeigt, wie sich unsere Gesellschaft ohne es zu bemerken in eine Gesellschaft des Glaubens verwandelt (Raoul Eshelman).

 

Ein Vortrag, der ein bisschen anders sein wird. Zum Beispiel wird es einen Exkurs über die Cheops-Pyramide geben, über Fernwahrnehmung und Maschinen, die die Zeit umkehren.

 

Wir freuen uns auf Euer Erscheinen

 

Beate Himmelstoß

Ernst Friedrich Lauppe

 

 

 

 

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Philo-Cafes:

 

Diesmal kommt die Dezemberveranstaltung schon im November, wir sind dann frei vom Weihnachtstrubel:

 

Mittwoch, 30. November 2016

 

Im Bayerischen Hof Starnberg, um 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr mit einem Thema, das Hoffnung macht, nämlich die Hoffnung, dass wir bald in noch mehr Bereichen ganzheitlich und lebendig denken lernen.

 

Dr. Wolfgang Thorwart

Goethes naturwissenschaftliche Schriften

 

 Für Goethe ist die Natur und Gott eines. Die Folge davon ist, dass er die zergliedernde und zerstörerische Betrachtung der Natur als wissenschaftliche Methode ablehnt. Alles, was er ansieht, schaut er sich als Einheitliches und Lebendiges an, was nicht abgetrennt werden kann vom Ganzen und was sich stets wandelt. So kann er nach den Gesetzen der Wandlungen und Formentwicklungen die Urpflanze entdecken, den Zwischenkieferknochen beim Menschen finden und Newton eine andere Theorie der Farben entgegenstellen. In zehnjähriger Arbeit hat Rudolf Steiner Goethes naturwissenschaftliche Schriften herausgegeben und die Gedanken weiter in die Praxis hineinentwickelt bis hin zur biologischen Landwirtschaft und der Waldorfpädagogik.

 

 

Herzliche Grüße von Ernst Friedrich Lauppe und Beate Himmelstoß, wir freuen uns auf diesen Abend, in dem Grundlagen des zukünftigen Denkens sichtbar gemacht werden.  

 

 

Mittwoch, 9. November

Beate Himmelstoß

Friedrich Schlegel als Vordenker der Hippies



 
"Make love not war“ – Dieses Schlagwort aus den 1970er Jahren charakterisiert eine Jugendbewegung, die sich sowohl vom selbstzufriedenen Nachkriegsbürger als auch vom direkten politischen Kampf abgrenzte und stattdessen auf alternative Lebensformen und spirituelle Weiterentwicklung setzte. Die Frühromantiker rund um den Kulturphilosophen und „genialischen Chaoten“ Friedrich Schlegel hatten ganz Ähnliches im Sinn: Freie Liebe, Emanzipation, politische und kulturelle Mündigkeit, Naturliebe, künstlerischer Selbstausdruck und die Utopie von Freiheit und Gleichheit in der Gesellschaft – all das hatte 160 Jahre vor Bob Dylan und Leonhard Cohen schon einmal eine große Strahlkraft. Beate Himmelstoß stellt Friedrich Schlegel und die Jenaer „Romantiker-Wohngemeinschaft“ vor und fragt, inwieweit wir heute den Impuls der Frühromantik für uns produktiv machen können.

 

 

Mittwoch, 5. Oktober 2016

 

Ernst Friedrich Lauppe 

Der Wille zur Macht in der Wirtschaft

 

Die Abschaffung Gottes als zentraler Bezugspunkt des Mittelalters ist Schritt für Schritt nachvollziehbar: Kant, Hegel, Feuerbach, Nietzsche (Gott ist tot). An die Stelle Gottes ist der Wille zur Macht getreten. Dieser kommt am deutlichsten in der Wirtschaft zum Ausdruck, in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und im Rechnungswesen der Firmen. Welche Wege zeigt die moderne Philosophie aus der Krise? Heideggers besinnendes Denken? Hannah Arendts Philosophie des Neubeginns?

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 6.Juli 2016

 

 

Dr. Wolfgang Thorwart

Zwischen Hegel und Marx: Feuerbach

 

Ludwig Feuerbach (1804-1872) hat mit seiner Religionskritik den Weg frei gemacht für das Denken von Marx und Freud. Er überwindet im Anschluss an seine Kritik der Hegelschen Philosophie - die er als Theologie versteht - den Standpunkt des Idealismus und erklärt den sinnlich-anschauenden, den liebenden Einzelmenschen zum wahren Wesen des Menschen. Die Religion ist für ihn das an den Himmel projizierte Wesen des Menschen, dieses Wesen führt er auf den Menschen selbst zurück. Die religiöse Liebe (die Liebe zu Gott und die Liebe Gottes) ist die undurchschaute Selbstanbetung des Menschen. Der reale Kern der Religion ist Liebe des Menschen zum Menschen.

Nachdem diese Arbeit geleistet ist, kann Marx „Hegel auf die Füße stellen“ wie er sich ausdrückt und auch der Weg für Freud ist frei, denn Feuerbach verwandelt mit seinem Denken die Religion in Anthropologie.

 

Selten bekommt man einen Vortrag über Feuerbach geboten, obwohl er doch in der geistigen Entwicklung Europas eine zentrale Stellung inne hat. Und noch dazu von einem so hervorragenden Referenten, der es versteht auch Schwieriges verständlich und spannend vorzutragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

Donnerstag, 8. Oktober

Ernst Friedrich Lauppe:

Licht

Alles besteht aus Licht und Dunkelheit. Gerade die Götter, Dämonen, Engel, „die Wesen, die keinen Körper haben“, wie Thomas von Aquin sagt. Und wir haben eine Geschichte mit diesen Wesen. Erst haben sie den Menschen geschaffen, dann mit heftigen gewalttätigen Eingriffen korrigiert und schließlich durch Formung des Denkens geistig beeinflusst. Zunehmend hat der Mensch sich emanzipiert durch selbstständiges Denken, durch wissenschaftliche Arbeit und durch Aufbau eines materialistischen Weltbildes. Die Literatur und die Philosophie berichten über jeden einzelnen Schritt, den die Menschheit vollzogen hat deutlich und genau. Die moderne Wissenschaft aber trägt uns aus dem materialistischen Weltbild heraus, freimütig bekennt die Quantenoptik, dass sie nicht sagen kann, was das Licht ist: das Licht von dem wir leben, in dem wir leben und das selbst lebendig und Bewusstsein ist.

 

Donnerstag, 12. November 2015

Dr. Gaia Domenici
University College London

Das rote Buch von C.G. Jung und Nietzsches Zarathustra

Die Stimme des „Geistes der Tiefe“.
Das Rote Buch als „visionäre“ Erfahrung bei C. G. Jung

Schon 1913-1916 hatte Jung Visionen, die ihn zu einer tiefen Selbstreflexion geführt hatten. Solche Visionen wurden aufgeschrieben, durchgearbeitet, Kommentare sowie Bilder wurden  hinzugefügt, und alles wurde in einem riesigen Buch gesammelt, dessen Einband rot war. Das Werk wurde während Jungs Leben niemals veröffentlicht. Es erschien 2009 zum ersten Mal als „Liber Novus. Das Rote Buch“. Im Liber Novus ist die Anwesenheit Nietzsches nicht nur zentral, sondern auch entscheidend für Jungs Selbsterforschung. Seine Visionen lassen sich als tiefe Selbstauseinandersetzung interpretieren, wobei der Dialog mit Nietzsche die Hauptrolle spielt.

Eine solche Auseinandersetzung kann schließlich ein Licht auf Jungs späteres Seminar zum Zarathustra werfen und seine besondere Interpretation der Krankheit Nietzsches erklären.

 

 

Donnerstag, 10.Dezember 2015


Ernst Friedrich Lauppe
Beate Himmelstoß

Das Geheimnis der Zahlen und die Zahl 12

 

   Die Zahlen sind Individuen, sagt Platon: „Sokrates ist eine Zahl, Kallias ist eine Zahl“. Aristoteles macht sich darüber lustig, für ihn sind Zahlen nur gleichartige Einheiten.

   Alle Zahlen kommen aus der Eins, aus der Einheit. Sie sind Strukturkonstanten des kollektiven Unbewussten und ordnen gleichermaßen unseren Geist und die Materie: Wir wissen seit Plancks Entdeckung des Wirkungsquantums, dass die Materie durch ganzzahlige Verhältnisse geprägt und geformt wird.

   Die alte chinesische Weise, die Zahlen zu sehen, ist eine ganz andere: Sie sind Symbole für regelmäßige Beziehungen der Wesen, des Geistes und der Natur. Mit den Zahlen werden gleichzeitig auftauchende Ereignisse (Synchronizitäten) beobachtet und nicht die Kausalität. Sie ermöglichen die Divination, wie im I Ging.

   Der Charakter und die Individualität der Zahlen erlaubt es, Zugehörigkeiten zu bezeichnen, die auf diese alte Sichtweise zurückgehen. Die Zahl 12 hat es an sich, dass sie sich auf verschiedene Weise aus anderen Zahlen kombinieren lässt und damit deren Charakter spiegelt. In einem Bilderbogen von 12 Bildern wollen wir die überraschenden Bezüge der 12 darstellen.

 

 

 

2016

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Philo-Cafes, wir steigen 2016 um auf Mittwoch, dies auf vielfachen Wunsch, wenn wir auch wissen, dass einige Freunde gerade mittwochs nicht kommen können.

Im Neuen Jahr gleich einen wunderbaren Vortrag, sehr engagiert, lebendig und gekonnt vorgetragen von Dr. Thorwart:

 

Mittwoch, 27.Januar 2016

Dr. Wolfgang Thorwart:
Die Wiedergewinnung der Leiblichkeit in der europäischen Kultur

Als junger Mann, noch nicht zum König der Bayern gekrönt, war der junge Ludwig I. - wie  ganz Europa - fasziniert von der Wiedergewinnung der Leiblichkeit nach ihrer Verteufelung durch das christliche Mittelalter und die spekulative Philosophie des deutschen Idealismus. Er kaufte in Rom den „Barberinischen Faun“ und gab ihm den besten Platz in der Münchner Glyptothek. Wer immer vor ihm steht, kann sich der hemmungslosen Sinnlichkeit und provokant lasziven Art der Skulptur, der lustvollen Leiblichkeit nicht entziehen. In der Antike Darstellung gebändigter und in menschliche Dimensionen gebrachter göttlich-erotischer Wildheit, hat die Skulptur seit ihrem Auffinden, besonders aber seit der Goethezeit die Wiederentdeckung der lustvoll-lebensbejahenden Leiblichkeit befördert, in Faust II erscheint der Barberinische Faun als Symbol des erfüllten diesseitig-erotischen Lebens.
Ein herausragender philosophischer Vertreter und Vorläufer der neuen Körperlichkeit und Sinnlichkeit war in Deutschland Ludwig Feuerbach, der die Kopflastigkeit der deutschen idealistischen Philosophie und des Christentums nachhaltig kritisierte und unserer Zeit (Nietzsche, Kierkegaard, Freud) und der aufgeklärten zeitgenössischen evangelischen Theologie (z.B. Karl Barth) die wichtigsten Argumente für ihre neue Leib- und Sinnesoffenheit lieferte.
Wenn Sie ein Bild sehen wollen, geben Sie ein: „Barberinischer Faun“.

 

Wie üblich im Bayerischen Hof Starnberg, Bahnhofsplatz am Rondell, Beginn 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr, Eintritt € 10,00 oder nach Selbsteinschätzung.

 

Wir wünschen viel Vergnügen !

 

Ernst Friedrich Lauppe
Beate Himmelstoß

 

 

 

Mittwoch, 24.Februar 2016

Ernst Friedrich Lauppe
Die Harmonik des Pythagoras. Einführung

 

Nach unserem Vortrag über Zahlen (www.philo-cafe.de  video) nun die hör- und sichtbare Anwendung der Zahlenverhältnisse. Mit einem pythagoräischen Instrument, dem Monocord, werden Zahlen sinnlich wahrnehmbar gemacht. Es erschließt sich die wundersame Welt der Töne und der Zahlen auf unmittelbare Weise. Die unlösbaren Fragen der Zahlen und der Töne werden in reinster Form gestellt: warum sind uns ganzzahlige Tonverhältnisse so angenehm? Wieso sind die ersten 4 Zahlen die wichtigsten? Die alte pythagoräische Tetraktys (Vierheit) ist ein Weg zum Verständnis der großen Einheit, des Nichts und des Unendlichen.

 

 

 

 

Mittwoch, 16. März 2016

Dr. Wolfgang Thorwart

Goethes pantheistische Weltsicht – 
der Mensch als Teil der erhabenen Produktivkraft der Natur

Goethe ist nicht von Jugend an Pantheist gewesen, er ist es geworden. Während der protestantische Glaube, an den er sich zunächst anzuschließen versuchte, ihn mit seiner Forderung nach Sündenbewusstsein und Demut abstieß, war ihm der Pantheismus mit seiner Gleichsetzung von Gott und Natur eine Bestätigung seines Wesens. Goethe erfuhr sein ausgeprägtes sinnliches Wesen und seine besondere Empfindungsfähigkeit als Teil des göttlichen Ganzen und damit als gerechtfertigt. Der Vortrag zeichnet Goethes Aneignung der pantheistischen Weltsicht nach – von der ersten Lektüre der Schriften Spinozas, über die kritische Auseinandersetzung mit den christlichen Positionen der Jugendfreunde Lavater und Jacobi, bis zur späten Auffassung, nach der der Mensch selbst ein Teil der erhabenen Naturproduktivität ist und das plötzliche Hervorbrechen dichterischer oder wissenschaftlicher Neuschöpfung als ‚heilig‘ erhabene Naturmacht erfährt, die er zwar kultivieren, über die er aber nicht willkürlich verfügen kann.

 

  

Mittwoch, 13. April 2016

Beate Himmelstoss

 

Wendepunkt des abendländischen Denkens - Immanuel Kant


„ Sapere aude! Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Diese Aufforderung, die Kant selbst als den Wahlspruch der Aufklärung bezeichnet, ist allgemein bekannt und er selbst ist ihm in einer Weise gefolgt, die ihm bezüglich seiner Erkenntniskritik den Beinamen „Alleszermalmer“ (so Mendelssohn) eingebracht hat. Ebenso ist sein kategorischer Imperativ und seine Verantwortungsethik als Voraussetzung für eine freie und friedliche Gesellschaft im allgemeinen Bewusstsein. In seiner Spätschrift „Der ewige Frieden“ entwirft Kant sogar Grundsätze für ein funktionierendes Völkerrecht. Beate Himmelstoß gibt anhand einiger Kerntexte einen Einblick in Leben und Werk dieses wichtigsten Denkers der Aufklärung.

 

 

 

 

Mittwoch, 11.Mai 2016

 

 

Dr. Robert J. Kozljanic

Sind Lebensphilosophinnen die besseren Philosophen?


Mit dieser bewusst paradox formulierten Frage wird sich Dr. Robert J. Kozljanic einem spannenden und bisher vernachlässigten Thema widmen: Der Rolle der Frauen in der Lebensphilosophie. Vor allem an Helene Stöcker (1869-1943) und Gertrud Kantorowicz (1876-1945) wird gezeigt, dass und wie Lebensphilosophinnen zentrale Konzepte Nietzsches aufgreifen und mit konkreten soziohistorischen Wirklichkeiten und individuellen Lebensfragen verknüpfen. So zeigt Helene Stöcker in ihrem Text "Unsere Umwertung der Werte" von 1897, was passiert, wenn Frauen, politisch wie philosophisch, die gleichen Rechte fordern; und dass Geschlechtergerechtigkeit eine neue Basis braucht: die "Anerkennung dieser wechselseitigen Überlegenheit" der Geschlechter. Gertrud Kantorowicz hat (in ihrem Buch "Vom Wesen der griechischen Kunst" postum 1961 veröffentlicht) Nietzsches Konzept des Dionysischen und Apollinischen aufgegriffen. Was das ist, Mut zum Schönen und Menschlichen angesichts der Abgründigkeit des Lebens: das hat sie begrifflich klar formuliert und zugleich vorgelebt; nicht nur in der Nazi-Zeit und im KZ Theresienstadt (in dem sie an den Folgen einer Hirnhautentzündung starb), dort aber auf eine wahrhaft heroische Art.

Statt eines Vortrags wurde für diesen Abend die Form eines Interviews mit Robert J. Kozljanic gewählt.



Dr. Robert J. Kozljanic ist ein renommierter Philosoph, der interessante Werke (z.B. über den "Genius loci" also über den Geist eines Ortes, geschrieben hat und der auch ein sehr guter Vortragender ist. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, ihn am Philo-Cafe zu interessieren.

 

 

 

Mittwoch, 8. Juni 20.16

 

Beate Himmelstoß:

Kants Ethik

 Nachdem wir uns im April mit der Erkenntniskritik Immanuel Kants beschäftigt haben (Kritik der reinen Vernunft), wollen wir nun seine Moralphilosophie beleuchten (Kritik der praktischen Vernunft, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten). Die Freiheit, sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen (Was ist Aufklärung), führt nach Kant unmittelbar zum moralischen Handeln aus Einsicht. Der Ausgang aus der Unmündigkeit bedeutet die Übernahme von Verantwortung für sich und andere, Freiheit ist ohne Verantwortung gar nicht denkbar.
„Also drückt das moralische Gesetz nichts anderes aus als die Autonomie der reinen praktischen Vernunft, d. i. der Freiheit.“(KpV). Für Kant ist es nur natürlich, daß sich die Menschheit durch zunehmende Einsicht immer weiter entwickelt; der gegenseitige Antagonismus ist dabei ein Entwicklungskatalysator.
 
Beate Himmelstoß wird die moralischen Schriften Kants kurz vorstellen und dabei auch auf die späte Schrift „Zum ewigen Frieden“ mit dem Entwurf eines modernen Völkerrechts eingehen.
Anschließend Diskussion.